Bericht von der Rats-Sitzung am 9. März

Aufgrund der kürzeren digitale Variante der eigentlich ja anderthalbtätigen gemeinsamen Ratskonferenz mit Priester- und Diakonenrat hatte der Geschäftsführende Ausschuss entschieden, die bei allen reservierte Zeit im Kalender für eine eigene Rats-Sitzung zu nutzen.

Dies ermöglichte einen formalen, aber mit Sinn angefüllten, Vorgang: das abschließende Votum über die veränderten Statuten – Satzung des Rates, Wahlordnung, Ordnung der Regionaltreffen (Kreisdekanatstreffen). Dies geschah mit absoluter Mehrheit. Die wesentlichen Veränderungen lauten:

  • Der synodale Auftrag des Rates auf höchster Ebene des Bistums wird deutlicher betont.
  • Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Räten der pastoralen Berufsgruppen – Priesterrat und Diakonenrat – wird formal geregelt und damit in seiner Bedeutung gesteigert.
  • Auf Regionenebene wird nun einheitlich eine Sprecher:in und eine Stellvertretung gewählt.
  • Die Sprechertätigkeit und die Entsendung aus der Region in den Rat sind voneinander lösbar.

Die veränderten Statuten sind zum Zeitpunkt dieses Berichts bereits vom Bischof unterzeichnet worden.

Ebenfalls mit absoluter Mehrheit wurde der Antrag von Barbara Kockmann angenommen, die Statuten in geschlechtergerechter Sprache zu verfassen. Die Prüfung dieser Möglichkeit entlang des „Leitfadens Geschlechtersensible Sprache“ des Generalvikariats ist angelaufen.

Thematischer Schwerpunkt der Sitzung war der bunte Strauß an Fragen und Anliegen, der in der vergangenen Zeit bei den Ratsmitgliedern aufgegangen war und sich unter das Leitwort „Lobbyarbeit für die Berufsgruppe“ fassen lässt.

Die „Lobby-Anliegen“

  • richten sich an den Dienstgeber – z.B. Kriterien für die Einstellung, Vertretungsregeln in der Elternzeit –,
  • schauen auf die Bewegung rund um unsere Berufsgruppe – z.B. die Reform der Ausbildungsordnung, die Neufassung des Kompetenzleitfadens, die Überlegung der Zusammenlegung von IDP und Priesterseminar –
  • aber auch auf grundsätzliche Obliegenheiten in unserem Beruf – z.B. die Frage nach der Identität mit dem Arbeitgeber Kirche.

Christel Plenter als IDP-Leitung und Matthias Mamot als Personaleinsatzreferent standen für Auskünfte bereit. In der Sitzung konnten aber nicht alle Themen mit ausreichend Zeit gewürdigt und besprochen werden. Der Geschäftsführende Ausschuss wird weitere Kommunikationsgelegenheiten schaffen.

Für den in den wohlverdienten Ruhestand gegangenen Werner Heckmann wurde Christiane Flüchter neben Marlies Terbeck und Hendrik Werbick als Vertretung des Rates in den Diözesanrat entsandt.

Mit der Bildung eines Wahlausschusses – Marlies Terbeck, Christel Plenter, Gregor Coerdt – kam schließlich das nahende Ende der laufenden Wahlperiode des Rates in den Blick. In den kommenden Wochen wird auf regionaler Ebene die Sprecher:in neu gewählt, im Herbst folgt dann die Wahl der Direktmitglieder. Kandidat:innen werden bis zum Sommer gebeten, sich zu melden.

Ein Rundlauf zeigte, dass die Hälfte der jetzigen Mitglieder aus unterschiedlichen Gründen nicht erneut für eine Wahl zur Verfügung stehen, darunter die Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses. Dies ist als Einladung zu verstehen, sich eine Mitarbeit im Rat zu überlegen. Wem synodale Teilhabe unserer Berufsgruppe und Lobbyarbeit für unsere Berufsgruppe im Bistum Münster ein Anliegen sind, findet eigentlich kaum Gegenargumente.

/jch

Gemeinsame Sitzung der Räte am 8. März 2021

Am Montag, 8. März fand die erste gemeinsame Sitzung der Räte der pastoralen Berufsgruppen in diesem Jahr statt, pandemiebedingt im digitalen Format. Die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen wie üblich mit Bischof Felix Genn und der Bistumsleitung zusammen.

Foto: Barbara Kockmann

Thematischer Schwerpunkt war die Synodalität in unserem Bistum. Bei aller Würdigung des Gewesenen und Gegebenen ist Seitens der Räte zu fragen, ob alle Potentiale und Möglichkeiten ausgeschöpft sind – auch die, miteinander zu klären, was „Synodalität“ überhaupt bedeutet.

Texte von Papst Franziskus gaben dazu Gesprächsanregungen, anschließend erfolgte eine Aussprache im Plenum über erlebte oder vermißte Synodalität im Bistum.

Bischof Felix Genn befürwortete die Synodalität und stellte sich klar hinter das Wort einer „ecclesia synodalis“ von Papst Franziskus. Zugleich verwies er darauf, dass die Synodalität eine eigene Weise der Diskussionsform und Entscheidungsfindung ist, die eine eigene Haltung und Einübung braucht.

Die Räte empfohlen dem Bischof mit deutlicher Mehrheit, in der Kommunikationsform des „Clusters“ eine Gruppe einzusetzen, in der darüber nachgedacht wird, wie Synodalität im Bistum Münster weiter wachsen kann. Bischof Genn begrüßt diese Entschließung, bat um Einbeziehung des Diözesanrats und steht Anregungen offen gegenüber.

Die beschlussfreudige Konferenz der Räte stimmte zudem einer Vorlage der Geschäftsführenden Ausschüsse des Priesterrats und des Rates der Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten zu, in dem die Instrumente der Mitarbeiterjahresgespräche und Standortgespräche für leitende Pfarrer als Instrumente für Personal- und Organisationsentwicklung markiert werden und ein konsequenter Einsatz dessen gefordert wird. Den Mitgliedern der Räte geht eine Selbstverpflichtungserklärung zu, im eigenen Wirkungs- und Zuständigkeitsbereich mit und für diese Instrumenten zu arbeiten.

Der Ausblick auf die nächste (und in dieser Wahlperiode letzte) gemeinsame Konferenz im September – Thema wird die Veränderung im Seelsorgeverständnis und seine Bedeutung für die pastoralen Berufsrollen sein – und ein gottesdienstlicher Abschluss beendeten die Sitzung.

/jch

Sitzung des Rates am 30. November 2020

Das war eine Premiere: zum ersten Mal in seiner Geschichte fand eine Sitzung des Pastoralreferent*innen-Rates digital statt. Die Plattform „Teams“ machte es (leicht) möglich, die einmal im Jahr stattfindende Sitzung des Rates „solo“ – also ohne Priester- und Diakonenrat – durchzuführen. Problemlos, wie auch die Rückmeldungen der nahezu vollständig anwesenden Mitglieder*innen zeigten.

Inhaltlich war die Sitzung von zwei Themen geprägt:

1.

Das durchziehende Thema dieser Wahlperiode ist die Arbeit am Berufsprofil der Pastoralreferent*in. Ob beim Studientag 2018 oder dem gemeinsamen Prozess mit den Priestern und Diakonen: Ein neues Verständnis von Kirche im Bistum Münster, entsprechend dem Pastoralplan und Sendungspapier, muss die Konsequenzen für die Berufsrollen wahrnehmen und reflektieren.

Deshalb waren zu dieser Sitzung Kolleg*innen eingeladen, von Erfahrungen, Wirkungen und Bedeutungen der Arbeit in einem multiprofessionellen Team, mit Verwaltungsleitungen, als kollegial geführte Pfarreileitung und als Leitung einer Einrichtung zu berichten. Die Ratsmitglieder legten eigene Erfahrungen hinzu.

Deutlich wurde, dass Führungstechniken für unser Berufsbild wichtiger werden, dass sich eine weitere Spezialisierung auf den Bereich Liturgie und Verkündigung ergibt und dass Kollegialität über (bisherige) Grenzen hinweg dran ist. Auf diese Weise haben Pastoralreferent*innen Teil an Kirchenentwicklung und Organisationslernen. Dieser Anteil verpflichtet auch, nicht zuletzt die persönliche Haltung im Beruf.

Bischof Felix Genn benannte die Veränderungen als folgerichtig und ermutigte, auf diesem Weg weiterzugehen. Er bat darum, die Themen nicht nur von der rechtlichen Seite aus anzugehen sondern vertieft darüber miteinander zu sprechen, welchen Gehalt welche Rolle in der Kirche haben müsse, damit diese ihre Sendung erfüllen kann.

Christel Plenter, Leiterin des IDP, verwies auf die derzeit laufende Überarbeitung der Ausbildungsordnung und versprach, die Gedanken aus der Diskussion dort mit einzubringen. Sie selber sieht die o.g. Profilierungsschritte aber nicht in der Berufseinführungsphase, sondern später.

Matthias Mamot, Personaleinsatzreferent, zeigte auf, dass die weite Weise, in unserem Bistum Leitung in Pfarrei und Gemeinde zu denken, noch neue Ideen für den Ort und Einsatz der Pastoralreferent*innen hervorbringen wird.

Der Geschäftsführende Ausschuss wird weiter moderierend zwischen Bistumsleitung und Räten an dem Thema dranbleiben.

2.

Der Geschäftsführende Ausschuss hatte eine Überarbeitung der Satzung, Wahlordnung und Ordnung für die Kreisdekanatstreffen angeregt, da die derzeit gültige Fassung an einigen Stellen nicht mehr das abbildet, was ist und sein soll.

Und dies nicht nur auf formaler Ebene. Denn im Durchgang durch den Änderungsvorschlag spiegelte sich das Thema des ersten Teils der Sitzung darin wieder, nämlich darin, dass überlegt wurde, wie das Profil unseres Berufs in der Satzung beschrieben wird um daraus abzuleiten, dass unsere Berufsgruppe – einzigartig in Deutschland – auch eine beratende Position gegenüber dem Bischof einnehmen soll. Herr Genn betonte mehrfach, wie wichtig ihm dieser Rat als synodales Element der Kirche ist und wie brauchbar er ihn findet.

Die stärkere Zusammenarbeit mit dem Priester- und Diakonenrat wird in die Satzung aufgenommen. Der Wunsch nach dieser Zusammenarbeit wurde vom Rat deutlich bekräftigt, mit einigen Hinweisen zur Verbesserung der Ergebnisqualität der gemeinsamen Treffen.

Neu in die Satzung aufgenommen werden soll eine – vereinzelt bereits praktizierte – Stellvertreterregelung auf Kreisdekanatsebene, die – in der Vergangenheit angefragte – Möglichkeit, dass nicht die/der Kreisdekanatssprecher*in das Mandat im Rat wahrnimmt sowie – bereits existierende – Regelungen zur finanziellen Unterstützung der Arbeit.

3.

Im Berichtsteil verwiesen die MAV-Vertreterinnen auf die anstehenden Wahlen im kommenden Jahr.

Gleiches gilt auch für den Rat selber. Die Wahl wird im September stattfinden, gleichzeitig mit den anderen Räten. Im März wird der Wahlausschuss gebildet. Bis Ende April sollte auf Kreisdekanatsebene gewählt sein, weil danach das Kandidatenverfahren für die Direktmandate beginnt.

Auf seine Äußerungen in „Kirche + Leben“ zur Predigt durch beauftragte Laien angesprochen wiederholte der Bischof seine Position, dass dieses Thema einer neuen, gründlichen Bearbeitung bedarf. Er verwies auf entsprechende Gespräche auf Ebene der Bischofskonferenz. Der Rat bot seinen Rat an.

Das nächste Treffen des Rates ist die gemeinsame Sitzung mit den anderen Räten im März.

(jch)

Bischof Felix Genn vor den Räten zur Instruktion der Klerus-Kongregation: „Ich wollte erst mit Ihnen sprechen.“

Am Dienstag, 1. September fand die zweite Sitzung der drei berufsständischen Räte (Priester-, Diakonen- und Pastoralreferent*innen-Rat) in diesem Jahr statt.

Die Umstände der zweiten Sitzung waren nicht außergewöhnlich: Sitzen auf Abstand, Mund-Nase-Schutz bei den Laufwegen, entzerrte Kleingruppen in gut durchgelüfteten Räumen, Sitzpläne zur eventuellen Nachverfolgung und eine digitale Übertragung des Impulsvortrags von einem Gruppenraum in die beiden anderen. – Außergewöhnlich ist, dass das nach 5 Monaten mit Corona nicht mehr als außergewöhnlich galt, sondern damit professionell und fast schon routiniert die Arbeit möglich war.

Mit Interesse erwartet wurde das Statement von Bischof Felix Genn zur Instruktion der Kleruskongregation vom Juli. Bislang hatte er sich nicht öffentlich dazu geäußert und positioniert. Warum, sagte er direkt zu Beginn: „Ich wollte erst mit Ihnen sprechen.“ In der Tat wurde das offizielle Statement kurz nach der Sitzung in den Bistumsmedien freigeschaltet. Dieser Umstand ist aus Sicht der Räte bemerkenswert und manch ein Ratsmitglied wird sich gefragt haben, ob man der hohen Bedeutung, die der Bischof seinen Räten zumisst, eigentlich gerecht wird.

Als Themen des Tages wurde die Frage nach der Qualität von Liturgie bearbeitet. Ausgehend von einem erfrischenden und auch ermutigenden Impuls des münsteraner Liturgiewissenschaftlers Clemens Leonhard sammelten die Ratsmitglieder Indikatoren und operative Ziele. Unter Anwesenheit der Liturgiereferentin im Generalvikariat, Nicole Stockhoff, wurden die Vorschläge gewichtet. Es liegt nun an den Geschäftsführenden Ausschüssen, gemeinsam mit Nicole Stockhoff die Position zu verfeinern, zu kommunizieren und deren Ernstnahme zu ermöglichen.

In den Berichten von Generalvikar Klaus Winterkamp und Personaldezernent Karl Render ging es um die angelaufene Erarbeitung einer gemeinsamen Ausbildungslinie für Priester, Pastoralreferent*innen und Diakone, die Möglichkeiten und Nicht-Möglichkeiten standardisierter und verpflichtender Personalgespräche in der Pastoral sowie die Einführung von Multiprofessionellen Teams in den Pfarreien.

(jch)

Arbeitsbericht aus dem Geschäftsführenden Ausschuss

Gemeinsam mit den anderen GAs werden Mitte Mai die Ergebnisse der letzten gemeinsamen Sitzung Mitte Mai reflektiert und anschließend mit Bischof Genn besprochen. Wir möchten die Themen gegenüber der Bistumsleitung aktuell halten und mit dem Bischof gemeinsam den Fokus für die nächste gemeinsame Sitzung setzen, die derzeit noch für Ende August / Anfang September geplant ist.

Mit Christoph Schulte, Ausbildungsreferent im IDP, und Marius Stelzer, Referent für Personalentwicklung in der HA 500, gab es einen lebendigen Austausch über unsere Berufs(rollen)entwicklung. Der GA greift damit die Linie der letzten Ratssitzung im Oktober 2019 auf. Ein Spot auf das Gespräch lautet: „Alles hängt mit allem zusammen.“ Das Interesse am bleibenden Austausch ist da, wobei noch festzulegen ist, an welcher Stelle die Beratungen konkret werden sollten. Die nächste Ratssitzung im November ist als Ort dafür vorgemerkt.

Residenzpflicht adé

Sie hat Generationen von Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten geprägt, Sorgen bereitet, Dinge verunmöglicht – die Residenzpflicht. Mit ihr war institutionell gefasst, was Teil unserer Berufsidentität war oder zumindest sein sollte: Wir leben nah bei denen, zu denen wir gesandt sind. Nicht wenigen Kolleginnen und Kollegen war und ist das auch persönlich wichtig.

Im Zuge größerer werdender Pfarreien, der Mobilisierung von Gemeindezugehörigkeit und der diözesanen Differenzierung zwischen Pfarrei und Gemeinde ist die Frage nach der Bedeutung der Residenzpflicht schon länger offen. Sie wurde vom Dienstgeber auch oft nicht mehr streng eingefordert.

Der Rat der Pastoralreferent*innen ist mit Bischof Felix Genn übereingekommen, dass die Residenzpflicht im angezielten Kirchenbild des Bistums Münsters und der Rolle der pastoralen Hauptamtlichkeit darin nicht mehr sinnvoll ist. Auf diesen Impuls hin wurde das Diözesanstatut für Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten nun verändert. Die Formulierung lautet nun:

„Bei einem Einsatz in einer Pfarrgemeinde soll der Pastoralreferent/die Pastoralreferentin nach Möglichkeit in der Einsatzpfarrei wohnen. Der Pastoralreferent/die Pastoralreferentin wird dazu nicht verpflichtet.“

(Amtsblatt Nr. 4, April 2020)

Im Rat ist klar, dass diese Veränderung Auswirkungen auf organisatorische Dinge (… Fahrtkosten, Umzugskosten), aber eben auch auf Fragen der Berufsidentität hat. Wir sind froh über die Veränderung, im Wissen darum, dass damit die Themen, die dran hängen, noch nicht zu Ende besprochen sind. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass das passiert.

Brief des Geschäftsführenden Ausschusses an die Mitglieder des Rates

Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Räten,  

in den Geschäftsführenden Ausschüssen haben wir – „Microsoft Teams“ sei Dank – begonnen, die letzte gemeinsame Klausurtagung zu reflektieren. Wir sind der Meinung, dass es eine gute Sitzung war, mit der wir produktiv weiterarbeiten werden. Wir als GAs sehen unsere Aufgabe darin, genau dafür zu sorgen. 

In unserem Gespräch waren wir aber auch schnell bei Corona, dem (pastoralen) Shutdown, der persönlichen und beruflichen Situation darin. Wir haben gemerkt, dass uns der Austausch miteinander über das, was uns bewegt und beschäftigt, gut tut.  

Aus dieser Erfahrung heraus möchten wir als Impuls an euch weiterreichen, auf den Ebenen der Dekanate, Kreisdekanate, Konveniats, Jahrgänge … im Kontakt miteinander zu sein. Einige erreicht man gut über E-Mail, andere über einen Anruf. Wir erleben, dass das gut tut, gerade, weil andere Formen der Begegnung derzeit nicht stattfinden und unsere virtuellen Konferenzen eher der reinen Alltagsorganisation dienen.   

Wir sind der Meinung, dass ein Teil unserer Verantwortung als Mitglieder der Räte darin liegt, uns den Seelsorgenden des Bistums mit dieser Aufmerksamkeit anzubieten. Denkt dabei auch an die Kolleg*innen im Ruhestand und an die Diakone mit Zivilberuf.  

Verweist bei Bedarf und nach eurer Einschätzung die Kolleg*innen auch auf die Angebote der “Seelsorge für die Seelsorgenden”, also die Ansprechpartner*innen in der HA 500, das Haus der Seelsorge, die geistliche Begleitung, Supervision, Lebensberatung und die Angebote, die unter www.bistum-muenster.de/seelsorge_corona auch für uns als Mitarbeitende eingestellt wurden. Reicht das? Oder sollen wir als GAs für uns als Räte und/oder in die Berufsgemeinschaft hinein ein Gesprächsangebot schaffen?  

Im Zugehen auf die Feier der Kar- und Ostertage ist all das auch von Bedeutung. Wir sehen, dass in den vielfältigen Angeboten, u.a. im Bistumsportal, auch für uns gute Angebote bereit liegen, um die besonderen Tage in diesem Jahr auf diese besondere und auch herausfordernde Weise zu gestalten. Das Vertrauen, dass trotz Allem Ostern wird, das Leben gewinnt, der Weg weitergeht, verbindet uns mit den Jüngerinnen und Jüngern damals.  

Mit Dank für euren Dienst, mit besten Wünschen für die vor uns liegende Zeit und – vor allem – Gesundheit, herzliche Grüße 

Michael Berentzen, Conny Bolle-Severin, Jan-Christoph Horn, Sara Krüßel, Holger Ungruhe, Hendrik Werbick, Matthias Winter

Gemeinsame Sitzung der Räte im Februar

Inzwischen ist es schon „normal“, dass die drei berufsständischen Räte miteinander arbeiten. Und es ist mehr und mehr etabliert, dass es um ein Beratungsgeschehen gegenüber Bischof Felix Genn und der Bistumsleitung geht.

So geschehen wieder am 17. und 18. Februar in Münster.  In sehr ausdrücklicher Form haben die Kolleginnen und Kollegen in den Räten zu den Themen „Dienst und Lebensform“ und „Macht und Klerikalismus“ Empfehlungen ausgesprochen.  Diese lauten: 

  • Die Stärkung der Mitarbeiterjahresgespräche auf allen Ebenen als Führungsinstrument für Führungspersonal.
  • Die Anerkennung der Lebens- und Partnerschaftsformen in unserer Gesellschaft (z.B. Alleinerziehende, Patchwork-Familien, Partnerschaften jenseits der sakramentalen Ehe) und die Stärkung der pastoralen Begleitung dieser.
  • Fortlaufende pastorale und teambezogene Qualitätssicherung, z.B. über Feedbackinstrumente.
  • Die Stärkung der Entscheidungsbefugnisse des Pfarreirats und größere Verbindlichkeit der Kommunikation auf und zwischen allen Ebenen durch organisatorische Klarheit.  

Bischof Genn empfand ein großes Einvernehmen bei diesen Punkten, sich selber eingeschlossen. Er bat um regelmäßige und kontinuierliche Teilnahme an den Treffen der Räte mit ihm, um an den Dingen weiterarbeiten zu können. Gleichzeitig appellierten die Räte, die zielführende Bearbeitung der benannten Dinge in der Bistumsverwaltung zu aktivieren. 

Das nächste Treffen findet nach derzeitigem Stand Ende August / Anfang September statt.

Vorschau auf die nächste gemeinsame Sitzung

Am 17. und 18. Februar 2020 kommen die drei berufsständischen Räte der Priester, Diakone und Pastoralreferent*innen wieder zu gemeinsamer Sitzung zusammen.

Die gemeinsame Beratung beginnt mit einem Blick in das sogenannte „Leitungspapier“, mit dem Modelle geteilter Leitungsverantwortung im Bistum Münster ermöglicht werden sollen. Die Kolleg*innen in den Räten haben sich mit dem Dokument beschäftigt und kommen mit der Bistumsleitung in das Gespräch darüber.

Im Mittelpunkt stehen sodann die Themen „Macht & Klerikalismus“ und „Dienst & Lebensform“. Die Weise der Beschäftigung ist immer diese:

  • Vorstellen von Maßnahmen (… die auf der Sitzung im vorigen Frühjahr beraten worden waren),
  • Stille,
  • Aussprache,
  • Stellungsnahme des Bischofs.

Ausdrückliche Intention auch von Bischof Felix Genn ist es, nach der gemeinsamen Beratung zu den Dingen, zu denen im Bistum Münster etwas vereinbart werden kann, auch etwas zu vereinbaren.

Wir werden zeitnah aus der „Konferenzaula“ berichten.

Bischof nimmt sich Rat zu Berufsprofil, Pflicht der Residenz und Partizipation an Entwicklung

Ein Stimmungswechsel charakterisierte die sechste Sitzung des Rates der Pastoralreferent*innen. (Einmal im Jahr findet eine Sitzung in eigenen Reihen, also ohne die Kollegen Priester und Diakone, statt.)

Zu Beginn am Morgen benannten die Frauen und Männer in einem reflektierenden Rückblick die Unfreude daran, dass die Ratsarbeit zwar in einem guten Prozess der Kollegialität aller berufsständischen Räte steht, aber bis dato wenig konkrete Ergebnisse bringt. Viele wichtige „Fässer“ sind geöffnet, aber werden nur langsam ausgeschöpft. Die Unzufriedenheit geht bis dahin, dass Jürgen Schulze-Herding sein Ratsmandat im September niedergelegt hat, weil es ihm aus seiner Sicht zu wenig um substantiell seelsorgerische Themen geht. (Das Kreisdekanat Borken lässt den Sitz des Kreisdekanatssprechers im Rat unbesetzt, weil es durch mehrere direkt gewählte Mitglieder vertreten ist.)

Doch in der Schlussrunde am Nachmittag wurde die Sitzung als konstruktiv, ermutigend, aktivierend gekennzeichnet. Der Eindruck, am gleichen Strang zu ziehen, im Dialog zu sein, sich respektvoll zu begegnen, stand im Vordergrund.

Was war passiert?

1. Bischof und Rat bringen eine gemeinsame Vorlage in die Personalkonferenz ein, die Pflicht zur Residenz am Einsatzort fallen zu lassen. Die Praxis braucht diese Ordnung nicht, das Kirchen- und Berufsverständnis in unserem Bistum macht diese Regelung zeitgenössisch sinnfrei.

2. Der Bischof bittet den Rat darum, mit den Personal- und Ausbildungsverantwortlichen in HA 500 und IDP in einen verstetigten Dialog über die Weiterentwicklung des Berufsprofils in unserem Bistum zu gehen (z.B. Freistellungen für Innovationen, Förderung multiprofessionelle Teams, weitergehende Spezialisierung durch Aus- und Fortbildung und daraus folgender nötiger Einsatzflexibilität, Verhältnisbestimmung zwischen pastoralem Hauptberuf und ehrenamtlicher (Gemeinde-)Leitung). Daraus resultierende Empfehlungen werden in die Personalkonferenz eingebracht.

3. Der Bischof stimmt dem Vorschlag zu, den „Tag der Seelsorger*innen“ am 15. September 2020 dafür zu nutzen, um über die bis dahin besprochenen Themen aus dem gemeinsamen Prozess der Räte und Vereinbarungen dazu zu informieren und Mitbeteiligung zu ermöglichen. Die Räte werden in die Vorbereitung des Tages einbezogen.

Hinführend zu diesen Vereinbarungen aus der Sitzung mit dem Bischof gab es Vormittags und Mittags breiten Raum dafür, über die Attraktivität unseres Berufs und eine dazu passende Berufungspastoral zu träumen, realistisch zu schauen und kritisch zu denken („Walt-Disney-Methode“). Die Moderation dieses Teils lag bei Holger Ungruhe, dem bischöflichen Beauftragten für Berufungspastoral, der die Anregungen auch für seine Arbeit mitnimmt und im Austausch mit dem Rat bleibt.

Zum erwarteten neuen „Eckpunktepapier“ zur Leitung von Gemeinde und Pfarrei gab es die Information, dass dieses Papier nach der nächsten Sitzung des Diözesanrats breit zur Diskussion gestellt wird. Die Geschäftsführenden Ausschüsse der Räte stimmen noch mit Generalvikar Klaus Winterkamp ab, wann und wie die Rückmeldung der Berufsträger*innen eingebracht werden wird.

Ein Mitgliederwechsel ist noch zu verzeichnen: Christiane Flüchter (Xanten) ist neue Sprecherin im Kreisdekanat Wesel. Christina Rind (Voerde) wechselt aus privaten Gründen ins Bistum Trier. Alles Gute!